B2

Wie sieht die Arbeit eines Mitglieds der Bezirksversammlung aus ?

#Politisches Engagement#Mitwirkung#Partizipation#Bezirksversammlung#Fallanalyse

Illustration: Der Schüler David und Frau Kowalski stehen vor dem Harburger Rathaus. David hält ein Aufnahmegerät in der Hand.

B2a

Ein Interview

David hat mittlerweile einige Informationen über die Bezirksversammlungen gesammelt. Um noch mehr zu erfahren, trifft er sich zum Interview mit Frau Kowalski. Sie ist 37 Jahre alt, Büroangestellte, Mutter von zwei Kindern und seit 2014 Mitglied der Bezirksversammlung in Harburg.

David: Moin, Frau Kowalski. Danke, dass Sie sich mit mir treffen. Mich interessiert besonders, wieso Sie sich vor fünf Jahren dazu entschlossen haben, sich als Kandidatin für die Bezirksversammlungswahl aufstellen zu lassen?

Frau Kowalski: Hallo, David. Nun, dafür gab es viele Gründe. Zum einem bin ich ein sehr engagierter Mensch und halte es für sehr wichtig, mich in die Politik einzubringen. Ich wohne schon lange hier und wollte daran teilhaben, den Bezirk noch lebenswerter zu gestalten. Deshalb habe ich mich dann entschieden, mich als Kandidatin zur Wahl zur Bezirksversammlung aufstellen zu lassen, und das hat ja zum Glück auch geklappt!

David: Was können Sie als Mitglied der Bezirksversammlung denn machen, damit der Bezirk Harburg noch besser wird?

Frau Kowalski: Wir planen zum Beispiel neue Spielplätze und Sportanlagen für Kinder und Jugendliche. Wir legen auch fest, welche Straßen und Gehwege erneuert werden, und können tolle Projekte mit und für Jugendliche ins Leben rufen.

David: Und haben Sie da auch irgendwelche besonderen Aufgaben innerhalb der Bezirksversammlung?

Frau Kowalski: Ja, ich bin Vorsitzende in einem Regionalausschuss. Fast alle Hamburger Bezirke sind nochmal in Regionen unterteilt, die aus mehreren Stadtteilen bestehen. Das hat den Vorteil, dass wir noch gezielter auf die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort eingehen können. Die Menschen können immer zu unseren öffentlichen Sitzungen kommen und uns sagen, was sie für Ideen, Wünsche und Verbesserungsvorschläge haben.

David: Echt? Das wusste ich gar nicht.

Frau Kowalski: Klar, auch du kannst zu deinem Regionalausschuss gehen und sagen, was dir am Herzen liegt. Letzte Woche waren sogar noch jüngere Gäste bei uns. Ein paar Kinder haben sich über einen veralteten Spielplatz beschwert. Ich habe mir den Spielplatz dann am nächsten Tag mit ein paar Kolleginnen und Kollegen angesehen und nun beraten wir darüber, wie wir eine Sanierung des Spielplatzes finanzieren, also bezahlen können.

David: Das ist ja super. Wie oft in der Woche sind Sie denn so für die Bezirksversammlung im Einsatz, Frau Kowalski?

Frau Kowalski: Ach, eigentlich fast täglich! Jede Woche ist voller Termine, bei denen wir alleine oder in Teams unterwegs sind. Einmal im Monat haben wir an einem Abend eine besondere Sitzung. Da kommen dann alle Bezirksversammlungsmitglieder aus unserem Bezirk zusammen. Zusätzlich habe ich aber noch ein- bis zweimal in der Woche Sitzungen in den Ausschüssen, die ebenfalls immer abends stattfinden, aber bis 22 Uhr zu Ende sein sollen. Dazu kommen dann noch Termine und Telefonate mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Treffen mit Kolleginnen und Kollegen, bei denen wir uns absprechen und beraten. Außerdem sitze ich noch viel am Computer, informiere mich über aktuelle Themen und recherchiere über anstehende Themen.

David: Das klingt ja ganz schön stressig. Bekommen Sie denn überhaupt Geld für diese ganze Arbeit?

Frau Kowalski: Ja, das kann manchmal ganz schön stressig sein, vor allem habe ich ja noch meinen richtigen Job als Büroangestellte! Ich bin in der Bezirksversammlung, weil es mir Spaß macht, etwas zu bewegen, und weil ich gerne den Menschen im Bezirk helfen möchte. Geld steht bei unserer Arbeit also nicht im Vordergrund. Aber jedes Bezirksversammlungsmitglied bekommt eine Aufwandsentschädigung. Dazu bekommen wir noch eine Fahrkarte, damit auch wirklich jeder überallhin fahren kann. Und es gibt einen Zuschuss fürs Babysitting. Meine Kinder müssen abends ja versorgt sein, wenn ich auf Sitzungen bin!

David: Oh wow, das ist also alles ehrenamtlich – das war mir neu! Was macht Ihnen denn am meisten Spaß an der Arbeit?

Frau Kowalski: Puh, das ist schwierig. Auf jeden Fall diskutiere ich gerne. In der Bezirksversammlung sitzen viele Menschen, die ganz unterschiedliche Meinungen haben. Ich finde es spannend, mit Ihnen produktiv zu streiten und Lösungen für unseren Bezirk zu finden!

David: Na, dann viel Erfolg und danke, dass Sie sich Zeit für mich genommen haben.

Frau Kowalski: Gerne.

▶ Siehe auch die Links zu den Datenbanken der Bezirksversammlungen weiter unten unter „Weitere Informationen“.

Aufgaben

1Lies das Interview mit Frau Kowalski (B2a) und bearbeite eine der folgenden Aufgaben:

a) Quiz: Wieso arbeitet Frau Kowalski als Bezirksversammlungsmitglied?

b) Frau Kowalski berichtet David von ihrer alltäglichen Arbeit als Bezirksversammlungsmitglied. Diskutiere zusammen mit einem Partner oder einer Partnerin, wie eine typische Woche von Frau Kowalski aussehen könnte, und füllt ihren Wochenplan aus.

PDF-Download Wochenplan

c) Welche Aussage von Frau Kowalski hat dich besonders überrascht? Begründe deine Antwort und tausche dich mit einem Partner oder einer Partnerin aus.

2Setze dich näher mit der Arbeit eines Bezirksversammlungsmitglieds auseinander. Wähle hierfür eine der folgenden Aufgaben aus:

a) Am Ende des Interviews berichtet Frau Kowalski, dass es ihr besonders viel Spaß macht, mit Bezirksversammlungsmitgliedern zu diskutieren, die anderer Meinung sind als sie. Auf welche Weise müssen die Mitglieder miteinander diskutieren, damit sie trotz ihrer unterschiedlichen politischen Ansichten Lösungen finden können? Notiere deine Antwort im Eingabefeld.

b) Was würdest du in deinem Stadtteil als Erstes verändern wollen, wenn du Bezirksversammlungsmitglied wärst und warum? Schreibe deine Antwort in das Eingabefeld.
Tipp: Denke daran, welche Aufgaben die Bezirksversammlung hat!

c) Frau Kowalski erzählt David, dass Mitglieder der Bezirksversammlung kein Gehalt für ihre Arbeit bekommen, sondern ehrenamtlich arbeiten. Erstelle einen Dialog, in dem zwei Personen miteinander diskutieren, ob Bezirksversammlungsmitglieder entlohnt werden sollten oder weiterhin ehrenamtlich arbeiten sollten.  

Tipp: In den „Weiteren Informationen“ findest du Links zu den Bezirksversamm­lungen. Dort kannst du dich näher über die Arbeit in deinem Bezirk informieren.

angryarrow-downcircle-downdownloadsextraaufgabefacebookfaecherfile-downloadhamburg-logo-smallhamburg-logo-xhamburgischebuergerschaftinstagramklassenverbandlogo_hh_pfeilmenusadsearchsmiletext-hamburg-waehltHamburg wählt !twitterwarningWikiyoutube